(Entnommen aus Beck, Dr. med. dent. "Durch Entsäuerung zu seelischer und körperlicher Gesundheit".)

Die Graphik zeigt, wie der Körper im Laufe des Lebens verschlackt und wie die Schlacken Wasser an sich binden. Ein Versagen der Organe zeigt sich häufig erst, wenn 50% der lebendigen Zellen nicht mehr aktiv genug sind, um die Funktion der ausgefallenen Substanzen zu übernehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt vergehen oft Jahrzehnte, in denen sich nichtdefinierte Beschwerden wie Leistungsminderung sowie seelische und körperliche Einbußen zeigen können.
Für einen gesunden Stoffwechsel sind sowohl Säuren als auch Basen notwendig. Wichtig ist, dass sie in einem gesunden Verhältnis stehen, also in einer Säure-Basen-Balance.

Säuren
Die Säuren tragen durch Verbrennung zur Energiegewinnung bei. Sie wirken anregend auf das sympathische Nervensystem.
Einerseits werden Säuren vom Körper selbst für die Verdauung erzeugt: Die Magensäure vernichtet mit der Nahrung aufgenommene Bakterien und Pilze und bringt mit der Aktivierung von Enzymen (die nur in einem stark sauren Milieu arbeiten) die Verdauung in Gang.
Andererseits entstehen sie durch Bewegung und Muskelarbeit (Milchsäure, Essigsäure), psychische Belastungen wie Stress, Wut und Angst (Salzsäure), Schmerztabletten (Acetylsalizylsäure), den Eiweißstoffwechsel (Phosphor- und Schwefelsäure, Harnsäure) und den Zellstoffwechsel (Kohlensäure). Dazu kommen noch die aus Genussmitteln zugeführten Säuren z.B. aus Kaffee (Gerbsäure), Süßwaren (Essigsäure) und Alkohol.
Säuren können unterschiedliche Wertigkeiten (ph-Wert) von sehr stark bis sehr schwach sauer aufweisen.
Überschüssige Säuren werden in gebundener Form als Neutralsalze über die Nieren oder als Kohlensäure über die Lungen und die Haut ausgeschieden.

Basen
Die natürlichen Gegenspieler sind die Basen. Diese chemischen Verbindungen werden für alle lebenswichtigen enzymatischen Vorgänge dringend benötigt. Außerdem haben sie die Fähigkeit, durch die Bildung von Salzen überschüssige Säuren zu neutralisieren.
Als basenbildende Mineralstoffe stehen dem Körper Eisen, Kalium, Natrium, Calcium, und Magnesium zur Verfügung.

Säure – Basen - Balance
Die saure (Azidität) oder basische (Basizität bzw. Alkalität) Eigenschaft eines Stoffes kann man messen. Diesen Wert nennt man ph-Wert.
Der Wert wird üblicherweise wie folgt klassifiziert:

pH-Werte
0 bis 3 stark sauer
4 bis 7 schwach sauer
7 neutral
7 bis 11 schwach basisch
11 bis 14 stark basisch

Innerhalb des Körpers findet man unterschiedliche ph-Werte vor:

Speichel 6,9
Magensaft 1 bis 2
Zwölffingerdarmflüssigkeit 8
Gallensaft 7,4 bis 7,7
Harn 4,8 bis 7,9

Der normale ph-Wert des Blutes beträgt 7,4 und liegt damit im leicht basischen Bereich. Werte über 7,43 würden auf einen Basenüberschuss hinweisen, Werte unter 7,37 auf eine Übersäuerung. Werte unter 7,0 sind bereits lebensbedrohlich. Um diese Werte einhalten zu können, verfügt der Körper über verschiedene Regulationsmechanismen.

Die wichtigste Puffersubstanz für den Stoffwechsel ist das Natriumbikarbonat.
Natriumbikarbonat (Natron = NaHCO3) wird gleichzeitig mit der Salzsäure (Magensäure) von den Belegzellen des Magens aus Natriumchlorid (Kochsalz), Kohlensäure und Wasser produziert. Das Natriumbikarbonat wird in den Blutkreislauf sowie an die basophilen (Basen anziehenden) Organe wie Bauchspeicheldrüse, Leber, Gallenblase und Dünndarm abgegeben. Dort wird es dafür eingesetzt, den sauren Speisebrei aus dem Magen zu neutralisieren.

Außerdem werden die überschüssigen Säuren unter Zuhilfenahme von basenbildenden Mineralstoffen (aus der Nahrung oder körpereigenen Depots) neutralisiert und können so z.B. über die Nieren, den Darm, die Lunge, die Haut und die Leber ausgeschieden werden.
Die Nieren können die überschüssigen Säuren jedoch nur bis zu einem ph-Wert von 4,5 ausscheiden. Fallen zu viele Säuren auf einmal an, werden sie zu chemisch neutralen Salzen gebunden und im Bindegewebe zwischengelagert, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder gelöst und ebenfalls über die Nieren ausgeschieden zu werden.
Diese zwischengelagerten Säuren werden im Volksmund als Schlacken bezeichnet.

Bei einer Überlastung der Nieren durch die tägliche Säureflut (falsche Ernährungsweise, Stress, Chemie- und Umweltgifte) kann es auch zum Rückstau der sauren Körpersäfte in die Lymphbahnen kommen. Der Körper versucht dann durch Zurückhalten von Flüssigkeit (Wasserstau, Ödeme) diese Giftstoffe zu verdünnen.
02. Säuren und Basen - ein gesundes Verhältnis
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