
Die häufigste Ursache für eine Übersäuerung des Körpers ist falsche Ernährung. Aber auch Stress, Umwelteinflüsse, übertriebener Sport und Bewegungsmangel können sich ungünstig auf die Säure-Basen-Balance des Körpers auswirken.
Ernährung
Die Nahrungsmittel liefern direkt Säuren oder lassen sie bei der Verstoffwechselung entstehen.
Das Problem unserer heutigen Zivilisationskost ist, dass sie stark säureüberschüssig und zu mineralstoffarm ist. Sie besteht aus ca. vier Teilen säureliefernden bzw. säurebildenden und nur einem Teil basenliefernden bzw. basenbildenden Lebensmitteln.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt ein Verhältnis von wenigstens 1:1.
In zahlreicher Literatur (z.B. von Dr. Renate Collier und Dr. F.X. Mayr) ist jedoch ausführlich erläutert, dass das Säure-Basen-Verhältnis unserer täglichen Ernährung 1:4 betragen sollte, also nur 20% Säuren und 80% Basen.
Reichen die basischen Potenzen der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase infolge Übersäuerung nicht aus, dauert die Neutralisierung des Nahrungsbreies viel länger und die unverdaute Nahrung bleibt länger im Magen liegen. Dies kann zu Magenschmerzen, Aufstoßen und Völlegefühl führen.
Durch ungenügende Neutralisation des Nahrungsbreies entsteht ein übersäuertes Milieu im Zwölffingerdarm. Dadurch werden Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße unvollständig verdaut (aufgespalten). Als Folge können zahlreiche Darmstörungen und unangenehmer Mundgeruch auftreten.
Der Körper benötigt für das Wachstum und die Erhaltung der Zellen Eiweiß. Auch für die Enzymbildung und den Hormontransport ist es wichtig.
Beim Eiweißstoffwechsel entstehen hauptsächlich saure Endprodukte, wie z.B. die Harnsäure. Ein Zuviel davon schlägt sich als harnsaures Salz im Bindegewebe sowie den Gelenken und Kapillarinnenwänden nieder. Dies gehört zu den am schwersten löslichen Salzen.
Die „normale“ Ernährung beinhaltet meist zu viel denaturiertes Eiweiß, insbesondere zu viel tierisches Eiweiß. So ist z.B. der Konsum von Schweinefleisch seit 1813 von 250g pro Woche/Person auf z.Zt. 2000g pro Woche/Person gestiegen. Dazu kommt noch der Verzehr von Eiern und Milchprodukten.
Viele Naturärzte gehen bereits davon aus, dass bereits ca. 40g Eiweiß täglich genügen, um den normalen „Verschleiß“ zu ersetzen. Dabei sollte pflanzliches Eiweiß bevorzugt werden, da tierisches Eiweiß gleichzeitig sehr viel Fett und keinerlei Kohlenhydrate und Ballaststoffe liefert. Gleichzeitig ist pflanzliches Eiweiß meist mineralstoffreicher.
Die Werbung in allen Medien offeriert für ein glückliches Leben den täglichen „Genuss“ von Kaffee, Süßwaren und Alkohol. Diese gehören zu den Säureerzeugern und sind gleichzeitig auch Mineralstoffräuber.
Genuss hieß früher: selten, wenig - heute: immer, viel
Derartiger „Genuss“ kostet Lebens- und Stoffwechselsubstanz:
- Koffein aus Bohnenkaffee, Colagetränken, Schokolade und Medikamenten verzehrt Vitamine des B-Komplexes, Vitamin C und die Mineralstoffe Zink, Kalzium und Magnesium
- Zucker ist ein Mineralienräuber, zur Verstoffwechslung wird zusätzlich Kalzium und Vitamin B1 benötigt
- Alkohol verbraucht Vitamin B1, B2, B6, B12 und Folsäure
Die heutige, oft sehr einseitige Ernährung aus Fast Food, verarbeiteten (denaturierten) Lebensmitteln und Lebensmitteln aus Massenproduktion ist leider nicht mehr so mineralstoffreich wie die Ernährung zu Großmutters Zeiten. Deshalb ist ein Basenmangel in erster Linie ein Mineralstoffmangel.
Sport und Bewegungsmangel
Muskeltätigkeit führt zur Bildung von Milchsäure. Durch Überanstrengung und Leistungssport werden erheblich größere Mengen Milchsäure gebildet, die entsprechend neutralisiert und ausgeschieden werden müssen.
Indirekt führt aber auch Bewegungsmangel zur Übersäuerung, denn nur angeregte Schweißdrüsen und gut durchblutete Muskeln haben die Fähigkeit, Säuren und Gifte optimal abzutransportieren.
Stress und Umwelt
Medikamente (dazu gehört auch die „unbedenkliche“ Einnahme von Schmerzmitteln gegen die kleinen Probleme des Alltags wie z.B. Kopf- und Gliederschmerzen) verzehren Vitamine des B-Komplexes, Vitamin C und die Mineralstoffe Zink, Kalzium und Magnesium.
Schutzimpfungen und Krankheiten wirken ebenfalls säuernd.
Bei stressbedingten Spannungs- und Erschöpfungszuständen produziert der Organismus weniger Magensäure und damit auch weniger Natriumbikarbonat als Basenpuffer.
Die Veränderung unserer Umwelt bewirkt, dass wohl kaum jemand dem gefährlichen Umweltgift Cadmium aus Zigarettenrauch, Auto- und Kraftwerksabgasen entgehen kann. Auch Blei aus Autoabgasen und Aluminium aus Alufolie und Alutöpfen wirken als Nerven- und Gehirngifte belastend auf den menschlichen Organismus.
Durch Chemiegifte und Säureablagerungen an den Sinnesorganen wird der Mensch immer unempfindlicher für Warnsignale des Körpers. Dadurch wird möglichen Reizüberflutungen nicht oder zu spät entgegengewirkt.




































04. Die Entstehung der Übersäuerung